Longhorn
ZurückLonghorn im Hotel Vier Jahreszeiten Lübeck präsentiert sich als modernes Steakhaus mit Panoramablick, das seinen Ursprung in Bad Schwartau hat und nun in den achten Stock eines Stadthotels umgezogen ist. Der Betreiber setzt weiterhin klar auf kräftige Fleischgerichte, amerikanisch inspirierte Küche und eine Kombination aus Abendessen und Barerlebnis, spricht damit jedoch unterschiedliche Erwartungshaltungen an – von klassischem Steakhauspublikum bis hin zu Hotelgästen, die einen entspannten Abend mit Aussicht suchen. Potenzielle Gäste sollten daher sowohl die Stärken bei Ambiente, Service und Getränken als auch die teils differenzierten Rückmeldungen zur Speisenqualität kennen, um einschätzen zu können, ob das Konzept zum eigenen Geschmack passt.
Die Lage im obersten Stockwerk des Hotels sorgt für einen weiten Blick über Lübeck, der von vielen Gästen ausdrücklich gelobt wird. Wer einen Tisch nahe der Fensterfront erhält, erlebt den Sonnenuntergang oder das abendliche Lichtermeer der Stadt, was vor allem in Kombination mit einem Cocktail oder einem ausgedehnten Abendessen für besondere Stimmung sorgt. Der Zugang über das Hotel und die Ausrichtung als Panorama- Restaurant sorgen für einen eher urbanen Charakter; gleichzeitig berichten einige Besucher, dass Anfahrt und Verkehrslage mit stark befahrener Umgebung und mehreren Kreiseln als weniger entspannt wahrgenommen werden können. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bus anreist, profitiert von der Anbindung, muss allerdings einen gewissen Weg in Kauf nehmen, wenn man nicht im Hotel übernachtet.
Das Interieur beschreibt man am treffendsten als moderne Interpretation eines amerikanischen Steakhouses mit Bezug zur früheren Western-Atmosphäre des Vorgängers in Bad Schwartau. Holz, warme Farben und ein bewusst gesetztes Lichtkonzept sollen eine Mischung aus Komfort und urbaner Lässigkeit erzeugen, während die großen Fensterfronten den Blick zur eigentlichen Bühne machen. Gäste heben in aktuellen Rückmeldungen die angenehme Atmosphäre im Gastraum hervor, die für Paare ebenso geeignet ist wie für kleine Gruppen oder Hotelgäste, die nach einem Arbeitstag noch etwas essen und trinken möchten. Kritische Stimmen konzentrieren sich weniger auf die Gestaltung als vielmehr auf den Aufwand, diesen Ausblick durch Anfahrt und Park- oder Busproblematik zu „erkaufen“, was vor allem ortsansässige Gäste von regelmäßigen Spontanbesuchen abhalten kann.
Kulinarisch legt Longhorn den Schwerpunkt auf Steakhaus-Klassiker mit Fokus auf Rindfleisch, ergänzt um Beilagen und Gerichte mit süd- und nordamerikanischer Prägung. Auf der Speisekarte dominieren verschiedene Zuschnitte wie Rinderfilet, Rib-Eye und Rumpsteak, die in unterschiedlichen Größen und Garstufen angeboten werden, damit sowohl große Fleischportionen als auch kleinere Varianten – etwa „Damensteaks“ – ihren Platz finden. Gäste, die das Restaurant aus früheren Zeiten in Bad Schwartau kennen, betonen, dass die Handschrift der Küche beibehalten wurde: kräftige Fleischgerichte, eher klassische Beilagen wie Bratkartoffeln oder Pommes und ein insgesamt herzhaftes Angebot ohne allzu verspielte Gourmetakzente.
Eine große Stärke des Hauses sind für viele Besucher die Fleischqualität und die Zubereitung der Steaks, die häufig als saftig und aromatisch beschrieben werden. Bewertungen sprechen von „sehr leckerem Steak“ und „top Fleischqualität“, gerade wenn Garwünsche wie Medium oder Medium-rare präzise umgesetzt wurden. Hinzu kommt, dass die Küche individuelle Größen zulässt, was für Gäste attraktiv ist, die sich ein bestimmtes Gewicht wünschen oder sich ein Stück teilen möchten. Gleichzeitig zeigen einzelne, ausführliche Rückmeldungen, dass dieses Niveau nicht durchgängig bei allen Besuchen erreicht wird: So wird beispielsweise ein Grillteller mit zu stark durchgebratenem Rindersteak erwähnt, obwohl Medium bestellt war, und es wird die Empfehlung ausgesprochen, bei dünnen Stücken lieber kleinere, dafür dickere Cuts anzubieten, um Garstufen verlässlicher einhalten zu können.
Bei den Beilagen gehen die Meinungen auseinander: Während viele Gäste das Gesamtpaket aus Fleisch, Beilagen und Saucen als schmackhaft und passend zu einem klassischen Steak-Abend bewerten, gibt es vereinzelt Kritik an der Ausführung. Besonders Bratkartoffeln stehen in einer ausführlichen Bewertung im Fokus, in der von fehlenden Röstaromen und nur kurz in der Pfanne gewesenen Kartoffelscheiben die Rede ist – für Liebhaber kräftig gebratener Beilagen ein klarer Minuspunkt. Auch ein serviertes Röstbrot wird dort bemängelt, das oben knusprig, unten jedoch weich und klitschig gewesen sein soll, was bei einem auf Fleischgenuss fokussierten Restaurant den handwerklichen Gesamteindruck schmälert. Positiv hervorzuheben ist, dass die Kritik konstruktiv geäußert wurde und auf Verbesserungspotenzial hinweist; wer hohe Erwartungen an Beilagen und Texturen hat, sollte diese Punkte im Hinterkopf behalten und eventuell gezielt nach Alternativen wie Pommes oder anderen Sättigungsbeilagen fragen.
Die Qualität der Saucen wird dagegen überwiegend solide, aber nicht herausragend beschrieben. Eine Gäste Stimme empfindet die Pfeffersauce als relativ dünn und geschmacklich zurückhaltend, während andere Bewertungen das Gesamtaroma der Speisen und die Zusammenstellung der Teller positiv hervorheben. Wer Wert auf kräftige, hausgemachte Saucen mit deutlicher Würze legt, wird hier möglicherweise etwas weniger begeistert sein als von der Fleischqualität selbst, kann aber durch Kombination aus Steaks, Beilagen und weiteren Komponenten dennoch einen stimmigen Teller erhalten.
Neben der Fleischküche spielt die Bar eine zentrale Rolle im Profil von Longhorn. In mehreren aktuellen Stimmen werden die Cocktails ausdrücklich gelobt, teils als „ausgezeichnet“ und „richtig lecker“ bezeichnet, was das Restaurant auch für Gäste interessant macht, die nicht unbedingt ein komplettes Menü, sondern einen Drink mit Ausblick suchen. Signature-Cocktails und eine Auswahl an Spirituosen ermöglichen es, den Abend an der Bar zu verbringen oder das Essen mit einem Aperitif und Digestif abzurunden. Einzelne Hotelbewertungen weisen darauf hin, dass in der Hotelbar nicht übermäßig viele regionale Getränke geführt werden, was für anspruchsvolle Kenner lokaler Biere ein kleiner Wermutstropfen sein kann; für den Großteil der Gäste überwiegt jedoch der positive Eindruck von Zubereitung und Präsentation der Drinks.
Der Service wird in den meisten Rückmeldungen als große Stärke des Hauses wahrgenommen. Es ist regelmäßig von „super freundlichem“ und „sehr zuvorkommendem“ Personal die Rede, das Gäste aufmerksam begleitet und für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Dass ein Teil des Teams aus der vorherigen Location übernommen wurde, trägt offenbar dazu bei, dass sich Stammkunden gut aufgehoben fühlen und neue Gäste von eingespielten Abläufen profitieren. In der Gesamtbetrachtung entsteht so das Bild eines Restaurants, das großen Wert auf persönlichen Kontakt legt und bemüht ist, Kritik ernst zu nehmen – wenngleich die Küche nicht in jedem Detail immer das Niveau erreicht, das manche Gäste von einem konsequenten Steakhaus erwarten.
Ein weiterer Aspekt, der in Bewertungen immer wieder anklingt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Preise werden von Gästen grundsätzlich als angemessen beschrieben, sofern die handwerkliche Ausführung stimmt und Steaks wie vorgesehen gegart werden. Einige Stimmen betonen ausdrücklich, dass die Preise bei guter Ausführung der Speisen „durchaus angemessen“ seien und sich mit anderen gehobenen Restaurants der Region messen können. Problematisch wird es erst dann, wenn Gäste den Eindruck haben, dass Beilagen oder Garstufen nicht ihren Erwartungen entsprechen – dann entsteht schnell das Gefühl, dass der Preis nicht vollständig durch die Leistung gedeckt wird.
Die Historie des Hauses in Bad Schwartau spielt für die Wahrnehmung des aktuellen Betriebs noch immer eine Rolle. Langjährige Besucher verbinden Longhorn mit rustikaler Western-Atmosphäre am Marktplatz, eingeschränkten Parkplatzmöglichkeiten, aber auch mit einem beliebten Treffpunkt und einem Innenhof, der vielen in Erinnerung geblieben ist. Der Umzug in ein höher gelegenes Hotelrestaurant mit Panoramablick verändert diesen Charakter deutlich: Aus dem bodenständigen, leicht urigen Steakhaus wurde ein moderner Betrieb mit Stadtaussicht, Bar und Hotelanbindung. Wer das frühere Longhorn mochte, findet viele kulinarische Konstanten wieder, muss sich jedoch auf ein anderes Umfeld und eine neue Art des Besuchserlebnisses einstellen.
Für potenzielle Gäste lässt sich Longhorn daher als Adresse für einen Abend definieren, bei dem Fleisch, Aussicht und Cocktailbar-Flair im Vordergrund stehen. Das Restaurant eignet sich für ein klassisches Dinner zu zweit, einen besonderen Anlass oder den Ausklang eines Städtetrips, wenn man Wert auf Blick über die Stadt, freundlichen Service und solide Steakhausküche legt. Wer sehr spezifische Erwartungen an Bratkartoffeln, Saucen oder besonders anspruchsvolle Fleischzuschnitte hat, sollte sich bewusst machen, dass die Küche zwar oft überzeugt, aber nicht in jeder Einzelbewertung fehlerfrei abschneidet und dass es sich eher um ein gehobenes, aber nicht dogmatisch puristisches Steakhouse handelt. Insgesamt entsteht das Bild eines Betriebes, der seine Stärken insbesondere in Aussicht, Fleischqualität, Drinks und Service hat, gleichzeitig aber bei der Konsistenz mancher Speisenkomponenten noch Potenzial nach oben besitzt – eine ehrliche Basis, auf der Gäste selbst entscheiden können, ob Longhorn zu ihren kulinarischen Vorlieben passt.