Bauerles

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Höhe 1, 70736 Fellbach, Deutschland
Deutsches Restaurant Geschäft Landwirtschaftsbetrieb Obst- und Gemüsehändler Restaurant
8.8 (3425 Bewertungen)

Bauerles in Fellbach ist ein saisonal geprägter Betrieb, der Landwirtschaft, Weingut, Hofladen und eine große Besenwirtschaft miteinander verbindet und damit deutlich über ein klassisches Ausflugslokal hinausgeht. Die Küche setzt auf Produkte aus eigener Produktion wie Limousin-Rind, Gans, Spargel und Beeren, was vielen Gästen das Gefühl gibt, regional und nachvollziehbar zu essen. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, dass es sich längst nicht mehr um einen kleinen Familienbetrieb mit wenigen Tischen, sondern um eine stark frequentierte Großgastronomie mit mehreren Hundert Plätzen handelt – mit allen Vor- und Nachteilen.

Das Konzept von Bauerles basiert auf wechselnden Themenzeiten über das Jahr verteilt: Rinderbesen, Spargelbesen und Gänsebesen prägen jeweils mehrere Wochen und bestimmen die Speisekarte. Viele Gäste schätzen diese klare Struktur, weil sie genau wissen, wann sie für deftige Rindergerichte, wann für frischen Spargel oder wann für traditionelle Gänsegerichte kommen können. Für potenzielle Besucher bedeutet das, dass sich ein Besuch besonders dann lohnt, wenn man gezielt Lust auf saisonale Spezialitäten hat und bereit ist, sich auf ein stark fokussiertes Angebot einzulassen.

Kulinarisches Profil und Speisenqualität

Im Mittelpunkt steht eine eher bodenständige, regional geprägte Küche mit schwäbischem Einschlag, die durch die eigene Landwirtschaft und das Weingut gestützt wird. Die Karte während des Gänsebesens umfasst unter anderem knusprigen Gänsebraten, Ragouts von der Gans, Apfel-Rotkohl, Semmelknödel, hausgemachtes Steinofenbrot sowie verschiedene Vespergerichte wie Gänseschmalz mit Brot. Viele Gäste heben die kräftigen Soßen, reichhaltigen Ragouts und die generell herzhaft abgestimmten Speisen positiv hervor und beschreiben sie als passend zu einem rustikalen Besenkonzept.

Die Qualität der Gans wird häufig als saftig und aromatisch beschrieben, insbesondere im Rahmen des beliebten Gänsebesens, der für einige Stammgäste zu einem jährlichen Fixpunkt geworden ist. Gelobt werden außerdem Details wie ein kleiner Gruß aus der Küche, etwa eine kräftige Gänsebrühe zur Einstimmung auf das Menü, sowie hausgemachte Kuchen und Desserts, die über den typischen Umfang einer einfachen Besenwirtschaft hinausgehen. Besonders positiv fallen neben klassischen Hauptgerichten auch Suppen wie Kürbiscremesuppe und Beilagen wie Kartoffelsalat oder Feldsalat auf, die wiederkehrend in Bewertungen als sehr gelungen erwähnt werden.

Gleichzeitig zeigen Erfahrungsberichte, dass die Speisenqualität nicht immer als konstant wahrgenommen wird. Einzelne Gäste bemängeln etwa Maultaschen mit schwacher Füllung und ungewöhnlicher Konsistenz oder Fleischküchle, die im Inneren trocken wirken und damit nicht den Erwartungen an eine regionale Spezialität entsprechen. Kritisiert werden zudem gelegentlich das als zu trocken empfundene Brot und einzelne Beilagen, die geschmacklich nicht an den Rest des Angebots heranreichen. Für anspruchsvolle Gäste, die gezielt Wert auf handwerklich perfekt ausgeführte schwäbische Klassiker legen, kann das ein relevanter Punkt sein.

Saisonale Themen: Spargelbesen, Rinderbesen und Gänsebesen

Ein zentrales Merkmal des Betriebs ist der stark saisonale Zuschnitt mit unterschiedlichen „Besenzeiten“ im Jahreslauf. Beim Spargelbesen steht der hofeigene Spargel im Vordergrund; er wird klassisch mit verschiedenen Beilagen, aber auch in Varianten wie Flammkuchen oder Pasta angeboten. Gäste heben hier die Vielfalt der Zubereitungsarten hervor und schätzen, dass der Spargel direkt von eigenen Feldern stammt, was für viele ein wichtiges Qualitätskriterium darstellt.

Der Rinderbesen konzentriert sich auf Fleischgerichte vom hofeigenen Limousin-Rind, etwa Rostbraten, Tafelspitz oder andere Schmorstücke, die mit klassisch regionalen Beilagen serviert werden. Berichte betonen die Herkunft der Tiere und verbinden damit den Anspruch, hochwertiges Fleisch aus artgerechter Haltung zu erhalten, was Bauerles als Adresse für traditionelle Fleischgerichte interessant macht. Der Gänsebesen schließlich bietet neben dem Gänsebraten und Ragouts auch passende Vorspeisen wie Kürbissuppe, herzhafte Vespergerichte sowie ein umfangreiches Kuchenangebot, das zu Kaffee oder als süßer Abschluss des Menüs gewählt wird.

Mehrere Gäste loben explizit, dass die saisonale Ausrichtung für Abwechslung sorgt und die Karte regelmäßig wechselt, ohne beliebig zu wirken. Andere empfinden allerdings, dass mit dem Ausbau der Themenzeiten und dem stark steigenden Besucheraufkommen ein Teil der ursprünglichen Besen-Atmosphäre verloren gegangen ist und sich der Betrieb eher wie ein großer Gastronomiebetrieb anfühlt. Für potenzielle Besucher bedeutet das: Wer gezielt die Speisen eines bestimmten Themas sucht, findet hier eine breite und durchdachte Auswahl, sollte aber kein kleines, uriges Besenlokal erwarten.

Ambiente, Atmosphäre und Service

Das Gebäude von Bauerles wird häufig als modern, großzügig und geschmackvoll eingerichtet beschrieben, mit einer Mischung aus Bauernhof-Elementen und zeitgemäßem Design. Innen entsteht durch Raumteiler zwar eine gewisse Struktur, dennoch bleibt der Eindruck eines großen Saals, in dem bei voller Auslastung eine deutlich wahrnehmbare Geräuschkulisse herrscht. Für Gäste, die eine intime, ruhige Atmosphäre suchen, kann dies als Nachteil empfunden werden, während Gruppen und größere Runden den lebhaften Charakter als passend zur Besenwirtschaft betrachten.

Der Außenbereich wird von vielen Gästen besonders positiv wahrgenommen. Es gibt reichlich Sitzplätze, einen Spielbereich für Kinder und gute Möglichkeiten, bei passendem Wetter ohne Reservierung einen Platz zu finden, was gerade an Feiertagen oder Wochenenden geschätzt wird. Auch praktische Aspekte wie Parkplätze direkt am Haus und eine Lademöglichkeit für E‑Bikes mit eigenem Ladegerät werden erwähnt und machen den Besuch für Ausflügler und Familien unkompliziert.

Im Service zeigen sich zwei Tendenzen: Zahlreiche Bewertungen loben die schnelle, organisierte und freundliche Bedienung, die selbst bei vollem Haus zügig arbeitet und Bestellungen rasch ausliefert. Andere Gäste berichten dagegen von überfordert wirkendem Personal und einer eher distanzierten oder wenig gastlichen Stimmung, insbesondere wenn der Betrieb an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Für Interessenten ist deshalb sinnvoll, mit einem gewissen Verständnis für die Abläufe einer Großgastronomie zu kommen und nicht den Anspruch an eine sehr persönliche Betreuung wie in einem kleinen Familienbetrieb zu haben.

Preisniveau und Besen-Charakter

Ein wiederkehrendes Thema in vielen Berichten ist das Preisniveau. Während manche Gäste die Preise als „ordentlich, aber angemessen“ für die gebotene Produktqualität und den Aufwand empfinden, sehen andere eine deutliche Diskrepanz zwischen Kosten und Leistung, insbesondere im Vergleich zu traditionell eher einfach und preiswert besetzten Besenwirtschaften. Kritische Stimmen sprechen von einem Niveau, das eher an ein ambitioniertes Restaurant oder sogar an gehobene Gastronomie erinnere, vor allem bei saisonalen Spezialgerichten von der Gans oder beim Spargel.

Hinzu kommt, dass Beilagen teils separat berechnet werden und Portionen – etwa bei einzelnen Beilagen zum Spargel – von manchen Gästen als knapp beschrieben werden. Wer Wert auf großzügige Teller zu moderaten Preisen legt, sollte dies bei der Planung berücksichtigen und sich darauf einstellen, bestimmte Beilagen zusätzlich zu bestellen. Auf der anderen Seite betonen Stammgäste, dass sie die Kombination aus eigener Landwirtschaft, saisonaler Küche und modernem Ambiente als stimmig empfinden und den Preisaufschlag dafür in Kauf nehmen.

Mehrere Stimmen weisen darauf hin, dass Bauerles streng genommen keine klassische Besenwirtschaft mehr ist, sondern ein professioneller Gastronomiebetrieb mit Weinausschank, großem Innen- und Außenbereich und eigenem Hofladen. Wer genau diese Mischung aus Bauernhof-Flair, großem Angebot und hohen Kapazitäten sucht, findet hier einen passenden Ort für Familienfeiern, größere Runden oder saisonale Essen mit Freunden. Wer dagegen die Nähe und Einfachheit eines kleinen Besens erwartet, in dem der Wirt selbst am Tisch steht, wird sich mit dem modernen, auf viele Gäste ausgelegten Konzept möglicherweise schwerer tun.

Getränke, Hofladen und Zusatzangebote

Zum kulinarischen Profil gehört ein breites Angebot an eigenen Weinen sowie an Spirituosen aus dem angeschlossenen Weingut. Gäste erwähnen die Weine immer wieder positiv, sowohl in Bezug auf Qualität als auch auf die Auswahl, was den Besuch für Weinfreunde besonders attraktiv macht. Ergänzend gibt es Biere, alkoholfreie Getränke und eine Auswahl an Kaffeespezialitäten, wobei vereinzelt die eingeschränkten Alternativen zu klassischer Kuhmilch im Kaffeebereich kritisch angemerkt werden.

Der angegliederte Hofladen mit Produkten wie frischem Obst und Gemüse der Saison, hausgemachten Marmeladen, Brot- und Hefezopf-Spezialitäten sowie Präsentkörben erweitert das Angebot über die reine Gastronomie hinaus. Einige Gäste verbinden den Restaurantbesuch bewusst mit dem Einkauf von Geschenken oder Vorräten für zu Hause, insbesondere in der Gänsezeit und rund um die Feiertage. Für Kunden, die Wert auf regionale Produkte und kurze Wege legen, kann dieser zusätzliche Aspekt ein entscheidender Pluspunkt sein.

Für wen eignet sich ein Besuch?

Bauerles spricht in erster Linie Gäste an, die saisonale, herzhafte Küche mit regionalem Bezug in einem großen, gut organisierten Betrieb suchen und dafür ein höheres Preisniveau akzeptieren. Familien mit Kindern, größere Gruppen und Ausflügler profitieren von der großen Platzkapazität, dem Außenbereich mit Spielmöglichkeiten und der guten Erreichbarkeit mit Auto oder Fahrrad. Wer gerne verschiedene Varianten von Rind, Spargel oder Gans in einem Jahr probiert und sich auf ein wiederkehrendes Thema freut, findet hier ein klar strukturiertes und verlässlich umgesetztes Konzept.

Weniger geeignet ist Bauerles für Gäste, die ein kleines, ruhiges Gasthaus mit persönlicher Betreuung, niedrigen Preisen und sehr traditioneller Besen-Atmosphäre suchen. Auch Besucher, die besonders empfindlich auf Lärm reagieren oder ausgesprochen intime Gespräche beim Essen führen möchten, sollten sich bewusst sein, dass der große Saal bei guter Auslastung akustisch lebhaft ist. Insgesamt handelt es sich um einen Betrieb, der klar auf hohe Gästezahlen, saisonale Schwerpunkte und die Verbindung von Landwirtschaft, Weingut und Gastronomie ausgerichtet ist – mit vielen Stärken für ein breites Publikum, aber auch mit Punkten, die je nach Erwartungshaltung kritisch gesehen werden können.

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