Clash
ZurückClash ist eine Mischung aus alternativer Kneipe, Bar, Restaurant und Konzertort, die seit den Achtzigern für viele Stammgäste zu einem festen Treffpunkt geworden ist. Der Laden setzt auf ein konsequent unprätentiöses Konzept: einfache Einrichtung im Fabrikstil, laute Gitarrenmusik, politisch linker Einschlag und ein Publikum, das von langjährigen Stammgästen über Studierende bis hin zu Touristinnen und Touristen reicht. Wer eine glamouröse Location mit Designermöbeln sucht, ist hier falsch; wer eine authentische, laute und bezahlbare Kneipe mit eigenem Charakter sucht, kann im Clash genau das finden.
Charakteristisch für das Clash ist der deutlich spürbare Punk- und Rock’n’Roll-Einschlag, der sich in Musik, Dekoration und Publikum widerspiegelt. Bewertungen sprechen von einem "punkigen" Ambiente, Heavy Metal, Punk und Hardcore aus den Lautsprechern und einem Umfeld, das an alte West-Berliner Szenekneipen erinnert. Viele Gäste schätzen gerade diese Eigenwilligkeit und bezeichnen das Clash als übriggebliebenes Original, in dem nichts künstlich geglättet wirkt. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass es bewusst rau, laut und voll sein kann – ein Punkt, den ruhesuchende Gäste oder Fans minimalistischer Ästhetik eher als Nachteil empfinden dürften.
Atmosphäre, Publikum und Service
Die Atmosphäre wird in vielen Bewertungen als locker, unkompliziert und offen beschrieben. Gäste berichten, dass man schnell mit anderen ins Gespräch kommt, ohne sich verstellen zu müssen, und dass die Mischung aus Szeneleuten, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Besucherinnen und Besuchern von außerhalb gut funktioniert. Statt schicker Dekoration dominieren großräumige Tische, robuste Stühle, Sticker und Poster – optisch eher Industrie-Charme als Designkonzept. Das passt zu einer Bar, die eher zum stundenlangen Rumhängen als zum kurzen Business-Drink gedacht ist.
Der Service wird überwiegend positiv wahrgenommen: Viele Gäste loben die schnellen und freundlichen Tresenkräfte, die auch bei großem Andrang den Überblick behalten. Es gibt Berichte, dass das Personal aufmerksam reagiert, wenn sich Gäste unwohl fühlen, und notfalls eingreift, wenn jemand bedrängt wird – ein Aspekt, der insbesondere für allein reisende oder weibliche Gäste Sicherheit vermitteln kann. Einzelne Stimmen bemängeln zwar unfreundliche Momente, insgesamt überwiegt aber das Bild eines organisierten und direkten, typisch berlinerischen Services.
Ein weiterer Punkt, der häufig erwähnt wird, ist der Umgang mit Rauchen. Das Clash war lange für eine eher verrauchte Atmosphäre bekannt, hat in jüngerer Zeit aber ein Konzept eingeführt, bei dem es bis zu einer bestimmten Uhrzeit innen rauchfrei bleibt. Das kommt vor allem Menschen mit empfindlichen Atemwegen, Schwangeren oder Gästen, die Zigarettenrauch nicht mögen, entgegen. Wer bewusst die klassische, stark verrauchte Rockkneipen-Atmosphäre sucht, könnte das eingeschränkte Rauchen allerdings als Abstrich empfinden, auch wenn sich später am Abend und im Außenbereich weiterhin ein deutlicher Szenecharakter zeigt.
Essen: Solide Küche mit politischem Anspruch
Auch wenn viele Gäste das Clash primär als Bar oder Kneipe wahrnehmen, spielt das Angebot als Restaurant mit Mittags- und Abendküche eine wichtige Rolle. Es gibt eine wechselnde Wochenkarte mit internationalen Gerichten, die von klassischer Hausmannskost bis zu vegetarischen und veganen Optionen reicht. Typische Beispiele sind Königsberger Klopse mit Kartoffelstampf, Glasnudelsalat mit Hühnchen, Sojagyros mit Reis oder Burritos mit Sojafüllung; dazu kommen regelmäßig Eintöpfe, Suppen und Desserts. Diese Kombination aus deftiger Küche und pflanzlichen Alternativen spricht sowohl Fleischliebhaber als auch Gäste an, die bewusst auf vegetarische oder vegane Gerichte setzen.
Über den Tag hinweg wird nicht nur warm gekocht, sondern auch klassisches Frühstück und einfache Snacks angeboten, was für eine Kneipe mit Konzertbetrieb eher ungewöhnlich ist. Wer mittags eine günstige Mahlzeit sucht, findet auf der Wochenkarte regelmäßig relativ preiswerte Tagesgerichte, die sich auch für Studierende oder Menschen mit kleinerem Budget eignen. Einzelne Online-Stimmen heben hervor, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Speisen und Getränken insgesamt fair ist. Geschmacklich wird die Küche nicht als Fine Dining beschrieben, sondern als bodenständig, sättigend und solide – passend zu einer alternativen Kneipe, deren Fokus stärker auf Stimmung und Gemeinschaft als auf kulinarischer Perfektion liegt.
Ein besonderer Punkt ist das solidarische Konzept mit Spendenbox: Wer mehr zahlen kann, unterstützt damit Gäste, die weniger finanzielle Möglichkeiten haben. Das unterstreicht den linken, solidarischen Anspruch des Hauses und spricht Menschen an, denen nicht nur gutes Bier, sondern auch soziale Verantwortung wichtig ist. Kritisch sehen könnte man, dass dieses Konzept nicht jedem sofort ersichtlich ist und manche Gäste es eher als symbolisch wahrnehmen – wer allerdings gezielt nach politisch geprägten Bars sucht, dürfte diesen Aspekt positiv bewerten.
Getränke, Preise und Hausbier
Beim Getränkeangebot liegt der Schwerpunkt klar auf Bier und klassischen Kneipengetränken. Immer wieder wird das Hausbier hervorgehoben, das als günstig und dennoch qualitativ gut beschrieben wird; einige Gäste erwähnen explizit, dass die Preise für Bier hier deutlich unter dem liegen, was in vielen anderen Berliner Bars mittlerweile üblich ist. Neben verschiedenen Biersorten gibt es auch Wein sowie gängige Longdrinks, ohne dass der Anspruch besteht, eine Cocktailbar mit ausgefallenem Mixgetränke-Sortiment zu sein.
Wer eine alternative Bar mit günstigen Getränken sucht, kommt im Clash in der Regel auf seine Kosten. Gäste bezeichnen das Preisniveau als "billig" oder zumindest sehr fair im Vergleich zu vielen anderen innerstädtischen Lokalen. Gleichzeitig sollte man berücksichtigen, dass es sich um eine stark frequentierte Szenekneipe handelt: Gerade zu Stoßzeiten kann es dauern, bis man am Tresen an der Reihe ist oder einen Sitzplatz findet. Für Menschen, die Wert auf ruhige Gespräche bei leiser Hintergrundmusik legen, ist dieser Ort deshalb weniger geeignet als für Gruppen, die den ganzen Abend bei lauter Musik und mehreren Getränken verbringen möchten.
Biergarten, Hinterhof-Flair und Ausstattung
Ein wesentliches Plus ist der Biergarten beziehungsweise Außenbereich, der im Hinterhof des Mehringhofs liegt. Viele Gäste genießen die Möglichkeit, im Sommer draußen zu sitzen, bevor sie später am Abend in den Innenraum wechseln. Man sollte allerdings kein idyllisches Grün erwarten: Der Blick fällt auch auf Mülltonnen und typische Hinterhofelemente, was zwar nicht jedem gefällt, aber gut zur urbanen, ungeschönten Gesamtwirkung passt.
Im Innenbereich gibt es neben den Tischen und der Bar auch Kickertische, an denen sich regelmäßig kleine Turniere und spontane Runden entwickeln. Einige Bewertungen erwähnen hochwertige Turnierkicker und sogar sehenswerte "Kickerakrobatik", die vor allem Stammgäste und passionierte Spielerinnen und Spieler anzieht. Die sanitären Anlagen werden als passend zum punkigen Gesamtkonzept beschrieben – eher funktional und nach langen Nächten sichtbar beansprucht, was nicht jedem Geschmack entspricht, aber zum Image einer rohen Szenekneipe beiträgt.
Konzerte und Events
Das Clash ist nicht nur Bar und Restaurant, sondern auch Veranstaltungsort für Livemusik. Auf dem Programm stehen vor allem Ska, Punk und andere Gitarrenstile, häufig präsentiert in Zusammenarbeit mit lokalen Veranstalterinnen und Veranstaltern. Websites und Ankündigungen zeigen Konzerte mit mehreren Bands, Aftershow-Partys und DJ-Sets, bei denen Vinyl aufgelegt wird – stilistisch zwischen Punk, Disco und artverwandten Genres.
Für Gäste, die eine Kneipe mit regelmäßigem Konzertangebot suchen, kann das ein klarer Pluspunkt sein: Man kann zunächst etwas essen, später zur Livemusik bleiben und danach an der Bar weitertrinken. Wer hingegen gezielt eine ruhige Gaststätte ohne Musikprogramm sucht, könnte sich von den Events und vom teilweise hohen Geräuschpegel gestört fühlen. Eintrittspreise für Konzerte bewegen sich meist im moderaten Bereich, Vorverkauf und Abendkasse werden klassisch am Tresen und online organisiert. Das macht das Clash besonders attraktiv für Menschen, die alternative Musik schätzen und einen unkomplizierten Veranstaltungsort suchen.
Stärken, Schwächen und für wen sich ein Besuch lohnt
Zu den größten Stärken des Clash gehören der authentische Szeneflair, das solidarische und linke Selbstverständnis sowie das faire Preisniveau bei Getränken und Speisen. Viele Besucherinnen und Besucher schätzen, dass hier weder Dresscode noch Etikette im Vordergrund stehen, sondern ein niedrigschwelliger Zugang und ein Gemeinschaftsgefühl, in dem man schnell Anschluss findet. Die Kombination aus Bar, Restaurant, Biergarten und Konzertlocation ist in dieser Form eher selten und macht das Clash für unterschiedliche Tages- und Abendzeiten nutzbar – vom Mittagessen über das Feierabendbier bis zur langen Nacht mit Livemusik.
Auf der anderen Seite gibt es Aspekte, die potenzielle Gäste berücksichtigen sollten. Das Ambiente ist bewusst roh, die Waschräume können je nach Andrang und Tageszeit entsprechend aussehen, und der Geräuschpegel ist insbesondere bei Events hoch. Wer stilvolle Einrichtung, aufwendig angerichtete Teller und ruhige Gespräche sucht, wird hier eher nicht glücklich. Hinzu kommt, dass der Zugang über den Hof für Erstbesucherinnen und Erstbesucher etwas versteckt wirkt, sodass man den Eingang beim ersten Mal leicht übersehen kann. Zu Stoßzeiten kann es außerdem schwer sein, einen Sitzplatz für größere Gruppen zu finden, was bei spontanen Treffen ein Nachteil ist.
Für Freundeskreise, Szenegängerinnen und Szenegänger oder Menschen, die alternative Bars und Restaurants mit klarer Haltung bevorzugen, ist das Clash eine interessante Option. Hier steht nicht die Perfektion im Detail im Vordergrund, sondern ein lebendiger Ort, an dem man günstige Getränke bekommt, einfache, aber abwechslungsreiche Gerichte bestellt und gleichzeitig Teil eines politisch geprägten, linken Umfelds sein kann. Wer sich hiervon angesprochen fühlt und laute Gitarrenmusik genauso schätzt wie ein unkompliziertes Miteinander, findet im Clash einen Ort, der sich bewusst von vielen glatteren Konzeptkneipen absetzt.