Mathias Edler
ZurückWendlandBräu in Kussebode ist keine anonyme Großbrauerei, sondern eine kleine Kulturbrauerei, in der Inhaber Mathias Edler mit viel Handarbeit und ökologischer Haltung Biere braut, die sich bewusst von industrieller Massenware absetzen. Gäste erleben hier einen Betrieb, in dem der Brauvorgang nicht von Computern gesteuert wird und jeder Sud ein eigenständiges Produkt bleibt – mit leichten Schwankungen, die von vielen als Ausdruck von Charakter und Authentizität geschätzt werden. Gleichzeitig bedeutet dieser handwerkliche Ansatz auch, dass das Angebot begrenzt ist und nicht jederzeit in jeder Stadt verfügbar, was manche Fans zwar bedauern, aber trotzdem in Kauf nehmen.
Die Brauerei konzentriert sich auf wenige, klar profilierte Bierspezialitäten wie Festbier, Pils, Märzen, Maibock und dunkles Weizen, sodass sich Liebhaber klassischer Sorten gezielt wiederfinden. Viele Gäste loben immer wieder den vollen Geschmack und die Bekömmlichkeit der Biere; gerade das Märzen wird von Stammkunden als eines der besten Biere hervorgehoben, die sie je kennengelernt haben. Wer Wert auf ein aromatisches, nicht überfiltriertes Bier legt, findet in WendlandBräu ein Angebot, das deutlich dichter und kräftiger wirkt als standardisierte Produkte aus dem Supermarkt.
Ein zentraler Pluspunkt der Brauerei ist die konsequente ökologische Ausrichtung: Hopfen und Malz stammen aus Bio-Anbau, die Biere sind unfiltriert und nicht pasteurisiert, wodurch Nährstoffe und Aromen weitgehend erhalten bleiben. Der Storch im Wappen – und auf dem Nest direkt über dem Sudhaus – steht symbolisch für eine naturverträgliche Landwirtschaft und gibt dem Hof eine eigene, fast ikonische Wiedererkennbarkeit. Wer sensibel auf Zusatzstoffe reagiert oder sich aus Überzeugung für nachhaltige Produkte entscheidet, dürfte dieses Konzept positiv bewerten, auch wenn der ökologische Ansatz sich naturgemäß im Preisniveau widerspiegeln kann.
Geschmacklich werden die Biere von Besuchern regelmäßig als „sehr lecker“, „bekömmlich“ und „mit sehr gutem Geschmack“ beschrieben. Besonders bei Veranstaltungen wie der Kulturellen Landpartie hebt sich das frisch gezapfte Bier deutlich von Flaschenware ab, was Gäste als besonderes Erlebnis beschreiben. Gleichzeitig zeigt sich hier eine Schwäche: Wer nicht direkt vor Ort ist, hat es gerade im Norden teilweise schwer, an Flaschen oder frisch gezapftes WendlandBräu zu kommen, was die Reichweite der Marke begrenzt.
Als gastronomischer Ort bietet WendlandBräu mehr als nur ein kühles Getränk: Auf dem umgebauten ehemaligen Pferdestall mit Backhaus ist ein Hof entstanden, der bei Veranstaltungen fast dörflichen Festcharakter annimmt. In der sogenannten Kulturbrauerei treten während der Kulturellen Landpartie Künstler auf, es spielen Musikensembles wie ein fränkisches Bierorchester, und es gibt Jonglage- und Pantomimevorführungen, während rundherum Kunsthandwerk und Essen angeboten werden. Wer ein ruhiges, klassisches Wirtshaus erwartet, könnte von der Lebendigkeit dieser Tage überrascht sein, während kulturinteressierte Gäste gerade dieses Zusammenspiel von Bier und Kultur als besonderen Reiz empfinden.
Die Rolle der Brauerei als Treffpunkt zeigt sich auch in zahlreichen Stimmen, die die angenehme Atmosphäre und den direkten Kontakt zum Braumeister hervorheben. Besucher berichten von freundlichen Gesprächen mit dem Chef, einem offenen Austausch über Brauprozesse sowie von einer entspannten Stimmung auf dem Hof. Für manche ist genau dieser persönliche Kontakt ein Argument, immer wieder vorbeizukommen, während andere sich eher einen klassisch strukturierten Gastronomiebetrieb mit dauerhaftem Service und mehr Sitzplätzen wünschen könnten.
Die Öffnungszeiten sind bewusst überschaubar gehalten und konzentrieren sich regulär auf wenige Nachmittage in der Woche, wodurch sich WendlandBräu stärker als Brauerei mit Direktverkauf denn als durchgehend geöffnete Gaststätte positioniert. Das bedeutet: Wer spontan auf ein frisch gezapftes Bier vorbeikommen möchte, muss seine Planung an diesen Rahmen anpassen. Für Einheimische ist das leichter zu organisieren, während Tagesgäste und Durchreisende gegebenenfalls feststellen, dass sie außerhalb dieser Zeiten vor verschlossenen Türen stehen.
Besonders attraktiv sind die Brauereiführungen, die regelmäßig angeboten werden und bei denen Gäste Einblicke in Sudhaus, Lagerung und Philosophie der Brauerei erhalten. Gerade für Interessierte an handwerklichem Bier bietet sich hier die Gelegenheit, Fragen zu Rohstoffen, Gärung und Lagerung zu stellen und direkt vor Ort zu verkosten. Für Menschen, die eher schnell ein Bier trinken möchten, ohne Erläuterungen zum Hintergrund, kann dieser Fokus auf Wissensvermittlung allerdings zweitrangig erscheinen.
Unter dem Namen „Kussebode Kulturbrauerei – Wendlandbräu“ hat sich der Hof darüber hinaus als Veranstaltungsort etabliert, an dem unterschiedliche kulturelle Formate stattfinden. Ob Konzerte, Kleinkunst oder Programmpunkte im Rahmen der Kulturellen Landpartie – viele Gäste verbinden mit dem Ort nicht nur den Geschmack des Bieres, sondern auch bestimmte Erlebnisse und Erinnerungen. Wer vor allem eine klassische Brauereigaststätte mit durchgehendem Speiseangebot sucht, findet hier eher ein Event-orientiertes Konzept, bei dem Kultur und Bier im Mittelpunkt stehen.
Biersorten und Qualität
WendlandBräu konzentriert sich auf wenige, charakterstarke Sorten, die alle unter dem Anspruch stehen, bio, unfiltriert und nicht pasteurisiert zu sein. Das Sortiment umfasst unter anderem Festbier, Pils, Märzen, Maibock und dunkles Weizen, die jeweils mit eigenständigem Profil auftreten. Freunde traditioneller Stile finden hier also eher bodenständige Biere als experimentelle Kreationen wie IPA, Sauerbiere oder exotische Mischungen.
Das Märzen wird von langjährigen Fans besonders hervorgehoben und als eines der besten Biere beschrieben, die sie in dieser Stilrichtung kennen. Gäste loben die Ausgewogenheit von Malzsüße und Hopfenbittere sowie die Bekömmlichkeit, die wohl auch dadurch entsteht, dass das Bier weder gefiltert noch pasteurisiert wird. Gleichzeitig bringt diese handwerkliche Produktionsweise mit sich, dass ein Sud geschmacklich leicht vom nächsten abweichen kann, was manche Genießer als spannend, andere aber als weniger verlässlich empfinden könnten.
Beim Pils legt die Brauerei Wert auf ein klares, würziges Profil, das sich an traditionellen norddeutschen Pilsnern orientiert, aber durch den Verzicht auf industrielle Filtration etwas dichter wirkt. Das dunkle Weizenbier richtet sich dagegen an Gäste, die es malziger und weicher mögen. Für sehr hopfenbetonte Trendstile oder extrem kreative Sondereditionen ist WendlandBräu weniger bekannt, was sowohl als Klarheit im Profil wie auch als begrenzte Vielfalt wahrgenommen werden kann.
Atmosphäre und Service
Der Hofcharakter der Brauerei mit Sudwerk im ehemaligen Pferdestall und Backhaus schafft eine Umgebung, die von vielen als gemütlich, urig und authentisch beschrieben wird. Besonders während der Kulturellen Landpartie entwickelt sich hier eine fast festivalartige Stimmung mit Musik, Kunsthandwerk und gastronomischem Angebot rund ums Bier. Wer jedoch einen ruhigen Abend in kleiner Runde sucht, sollte sich eher außerhalb der großen Veranstaltungstermine orientieren.
Besucher erwähnen immer wieder den freundlichen Umgang, die Zeit für Gespräche und den direkten Austausch mit dem Brauer. Diese persönliche Note unterscheidet WendlandBräu deutlich von größeren Betrieben, in denen Gäste hauptsächlich auf Servicepersonal treffen. Gleichzeitig bedeutet diese Nähe, dass bei starkem Andrang Wartezeiten entstehen können, etwa wenn viele Gäste gleichzeitig etwas wissen oder probieren möchten.
Stärken der Brauerei
- Konsequent handwerkliche Herstellung mit Verzicht auf Filtration und Pasteurisierung, was zu einem volleren Geschmack und eigenständigem Charakter der Biere führt.
- Klare ökologische Ausrichtung mit Rohstoffen aus Bio-Anbau und einem glaubhaften Bezug zu naturverträglicher Landwirtschaft.
- Persönliche Atmosphäre mit Kontakt zum Braumeister und vielen positiven Rückmeldungen zum Geschmack und zur Bekömmlichkeit der Biere.
- Verknüpfung von Brauerei und Kulturveranstaltungen, insbesondere im Rahmen der Kulturellen Landpartie, was dem Ort ein zusätzliches Profil gibt.
Punkte, die man wissen sollte
- Begrenzte Öffnungszeiten und Event-Orientierung bedeuten, dass ein spontaner Besuch nicht zu jeder Tageszeit möglich ist.
- Die Verfügbarkeit von Flaschen- und Fassbier ist außerhalb der Region eingeschränkt, was treue Fans in anderen Städten als Nachteil empfinden.
- Die handwerkliche Produktion kann dazu führen, dass einzelne Sude geschmacklich leicht variieren, was von manchen als weniger standardisiert wahrgenommen wird.
- Der Schwerpunkt liegt auf klassischen Biersorten; wer nach extrem hopfenbetonten oder sehr experimentellen Stilen sucht, findet hier ein eher traditionelles Angebot.
Für wen sich ein Besuch lohnt
WendlandBräu spricht besonders Menschen an, die traditionelle, handwerklich gebraute Biere in Bio-Qualität suchen und Wert auf Transparenz bei Rohstoffen und Herstellungsprozessen legen. Wer sich für regionale Produkte interessiert und direkten Kontakt zum Produzenten schätzt, findet hier eine Brauerei, in der man nicht nur trinken, sondern auch Fragen stellen und Hintergründe erfahren kann. Gleichzeitig kommen Kulturinteressierte auf ihre Kosten, wenn sie Besuchszeiten mit Veranstaltungen kombinieren.
Für Gäste, die vor allem eine durchgehend geöffnete Brauerei mit umfassendem Speiseangebot und großer Getränkekarte erwarten, ist WendlandBräu weniger geeignet. Hier steht die Herstellung von handwerklichem Bier mit klarer Haltung im Vordergrund, ergänzt durch gezielte kulturelle Ereignisse und Direktverkauf. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine kleine Brauerei mit starkem Charakter, ehrlichen Stärken und bewusst in Kauf genommenen Begrenzungen.