NaNum

NaNum

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Lindenstraße 90, 10969 Berlin, Deutschland
Gourmetrestaurant Koreanisches Restaurant Restaurant
9.6 (440 Bewertungen)

NaNum ist ein kleines, sehr persönliches koreanisches Restaurant, das sich konsequent der Idee widmet, Esskultur, Keramikkunst und Gastfreundschaft zu verbinden. Die Besitzerin und Chefköchin Jinok Kim-Eicken vereint in diesem Projekt ihre Erfahrungen als Sängerin, Keramikkünstlerin und leidenschaftliche Gastgeberin zu einem klaren kulinarischen Konzept, das sich deutlich von vielen anderen Restaurants in Berlin abhebt.

Im Mittelpunkt steht ein festes Menüprinzip mit mehreren Gängen, das die Gäste durch verschiedene Aspekte der koreanischen Küche führt. Je nach Abend werden fünf- oder siebengängige Menüs angeboten, oft mit einem Fokus auf Fisch, Meeresalgen und sorgfältig komponierten Gemüsegerichten; vegetarische und vegane Varianten sind fester Bestandteil des Angebots. Die Portionen sind bewusst klein gehalten und folgen eher der Idee eines feinen Degustationsmenüs als einer üppigen Hauptmahlzeit, was von vielen Gästen als sehr stimmig empfunden wird, von einigen aber als zu wenig sättigend beschrieben wird.

Ein prägendes Merkmal von NaNum ist die intensive Arbeit mit Fermentation. Hausgemachtes Kimchi, Sojasauce, Essige und weitere fermentierte Komponenten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Menüs und geben den Gerichten Tiefe, Säure und komplexe Aromen. Viele Gäste heben hervor, dass jeder Gang wie eine kleine Reise durch unterschiedliche Texturen und Geschmacksnuancen wirkt – von milden, subtilen Noten bis zu kraftvoll würzigen, aber fein balancierten Akzenten. Wer sich für fermentierte Lebensmittel interessiert oder diese besser kennenlernen möchte, findet hier ein sehr konzentriertes, handwerklich geprägtes Angebot.

Die Küche orientiert sich an der koreanischen Tradition, setzt diese aber nicht einfach klassisch um, sondern interpretiert sie im Rahmen eines modernen, europäischen Fine-Dining-Kontexts. Dabei werden überwiegend regionale Produkte verwendet, ein Teil des Gemüses stammt aus einem eigenen Garten in Brandenburg. Fisch- und Meeresalgenzubereitungen spielen eine zentrale Rolle, gleichzeitig wird bewusst fleischreduziert und zunehmend pflanzenbasiert gekocht. So entsteht eine eher leichte, aromenreiche Küche, die für Gäste interessant ist, die nach Alternativen zu schwereren Menüs in anderen Feinschmecker-Restaurants suchen.

Ein besonderer Reiz von NaNum liegt im Zusammenspiel von Essen und Geschirr. Die Keramiken, auf denen die Speisen serviert werden, sind von Jinok Kim selbst entworfen und im hauseigenen Studio im gleichen Gebäude gefertigt. Teller, Schalen und Platten unterscheiden sich sichtbar von industriell produziertem Geschirr und tragen dazu bei, dass jeder Gang auch visuell inszeniert wird. Mehrere Gäste betonen, dass die Keramikstücke das Essen auf ein neues Niveau heben und das Erlebnis fast wie eine kleine Ausstellung wirken lassen.

Das Ambiente des NaNum ist bewusst schlicht gehalten: klare Linien, eine helle Raumgestaltung und eine offene Küche, in die Gäste beim Betreten direkt hineinschauen. Einige empfinden diese Schlichtheit als kühl, andere schätzen die ruhige, konzentrierte Atmosphäre, in der der Fokus auf den Gängen und der Interaktion mit dem Service liegt. Zusätzliche Sitzplätze gibt es auf einer Empore sowie auf einer kleinen Terrasse, die insbesondere in den wärmeren Monaten eine entspannte Option für ein abendliches Menü bietet.

Der Service wird in vielen Bewertungen als sehr aufmerksam, warm und persönlich beschrieben. Die Gastgeberin und ihr Team nehmen sich Zeit, die jeweiligen Gänge kurz zu erläutern, Zubereitungsmethoden zu erklären und auf Allergien oder besondere Ernährungswünsche einzugehen. Für viele Gäste ist es ein Pluspunkt, dass die Chefköchin selbst von Tisch zu Tisch geht, nach dem Eindruck fragt und sich auf kurze Gespräche einlässt – dieses Maß an persönlicher Präsenz ist in einem Fine-Dining-Kontext keine Selbstverständlichkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Getränkebegleitung. NaNum arbeitet mit Naturweinen und bietet passende Weinbegleitungen sowie alkoholfreie Pairings an, die auf die einzelnen Gänge abgestimmt sind. Die Kombination aus fermentierten Speisen, komplexen Saucen und naturbelassenen Weinen ist besonders interessant für Gäste, die neugierig auf moderne, eher unkonventionelle Wein- und Food-Konzepte sind. Wer klassische, sehr konventionelle Weinbegleitungen erwartet, sollte sich darauf einstellen, eher naturbelassene, manchmal auch kantige Weine im Glas zu haben.

Preislich bewegt sich NaNum im oberen Bereich dessen, was in Berlin für ein mehrgängiges Menü üblich ist. Mehrere Gäste empfinden das Verhältnis von Preis zu Leistung als angemessen, insbesondere angesichts des handwerklichen Aufwands, der Individualität der Gerichte und des hohen kreativen Anspruchs. Dennoch gibt es auch Stimmen, die die sehr kleinen Portionen im Verhältnis zum Preis kritisch sehen und berichten, dass sie im Anschluss noch eine zusätzliche Kleinigkeit essen mussten. Wer NaNum besucht, sollte daher weniger auf Sättigung als auf ein kompaktes, konzentriertes Geschmackserlebnis Wert legen.

Die Lage an der Lindenstraße macht NaNum für viele Gäste gut erreichbar, gleichzeitig liegt das lokale Restaurant etwas abseits der typischen touristischen Hauptachsen. Die Räumlichkeiten sind zudem barrierearm zugänglich, was positiv hervorgehoben wird. Wichtig für Interessierte ist, dass es sich klar um ein Abendkonzept handelt: Das Restaurant öffnet nur an ausgewählten Tagen am Abend, Reservierungen sind daher dringend anzuraten, da die Platzanzahl begrenzt ist und die Menüs auf eine bestimmte Gästezahl abgestimmt werden.

In Bezug auf Zielgruppen spricht NaNum besonders Menschen an, die eine Verbindung aus Slow Food, Kunsthandwerk und persönlicher Atmosphäre suchen. Für Liebhaber von klassischer koreanischer Alltagsküche oder für Gäste, die spontan und ohne Reservierung unkompliziert essen möchten, ist der Ansatz möglicherweise weniger passend – NaNum ist eher eine bewusst geplante Abendveranstaltung mit mehreren Gängen als ein spontaner Besuch im typischen asiatischen Restaurant. Wer sich allerdings auf das Konzept einlässt, erlebt eine Mischung aus kulinarischer Präzision, künstlerischer Gestaltung und ruhiger Gastfreundschaft.

In der Bewertung durch Fachpresse und Gastronomieführer schneidet NaNum sehr positiv ab. Es wird als eines der interessanten Adressen der Stadt bezeichnet, das mit Fermenten, Zeit und Kreativität arbeitet und die koreanische Küche auf eigenständige Weise interpretiert. Gleichzeitig ist der Charakter des Hauses bewusst unspektakulär im Auftreten – es geht nicht um laute Effekte, sondern um eine konzentrierte, in vielen Details durchdachte Form des Essens.

Für potenzielle Gäste ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: NaNum ist ein Ort für alle, die sich für Fine-Dining-Restaurant-Formate mit klarer Handschrift interessieren, neue Aromen probieren möchten und Wert auf saisonale, handwerklich hergestellte Produkte legen. Wer dagegen große Portionen, eine sehr breite Speisekarte oder eine eher ungezwungene, laute Atmosphäre sucht, wird hier womöglich nicht vollständig auf seine Kosten kommen. Als Adresse für besondere Anlässe, ruhige Abende zu zweit oder in kleiner Runde hat sich NaNum jedoch einen Ruf erarbeitet, der sich in vielen begeisterten Bewertungen widerspiegelt.

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