Qui 31

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Suarezstraße 31, 14057 Berlin, Deutschland
Restaurant Restaurant mit moderner europäischer Küche
9.8 (226 Bewertungen)

Qui 31 präsentiert sich als kleines, bewusst reduziertes Restaurant, das Gästen ein modernes Sharing-Konzept mit klarer kulinarischer Handschrift bietet. Statt klassischer Einteilung in Vorspeisen und Hauptgerichte fokussiert sich die Küche auf die Rubriken Fleisch, Fisch und vegetarische Gerichte, was den Charakter des Hauses sofort erkennbar macht. Die Portionen sind bewusst nicht riesig, sondern darauf ausgelegt, mehrere Teller zu kombinieren und zu teilen, sodass ein Abend eher wie eine kulinarische Reise über viele Geschmacksbilder funktioniert.

Tragende Figur des Konzepts ist Inhaber Alessandro Francioso, der aus einer italienischen Gastronomiefamilie stammt und früh gelernt hat, was es heißt, ein guter Gastgeber zu sein. Gemeinsam mit einem jungen, engagierten Serviceteam und Küchenchef Robin Nissen – zuvor in einem ambitionierten Berliner Fine-Dining-Haus tätig – verfolgt er die Idee eines entspannten, aber qualitativ hohen Fine-Dining-Restaurants. Die Atmosphäre ist locker, die Ansprache persönlich, und viele Gäste berichten, dass der Inhaber selbst am Tisch erläutert, wie Gerichte gedacht sind und warum bestimmte Zubereitungstechniken gewählt wurden.

Die Speisekarte ist überschaubar gehalten, dennoch empfinden viele Gäste die Auswahl als vielseitig, weil sich hinter den wenigen Positionen sehr kreative Kompositionen verbergen. Statt einer langen Liste an Klassikern steht jedes Gericht für ein klar definiertes kulinarisches Konzept. Das macht Qui 31 besonders interessant für Gäste, die sich auf Neues einlassen wollen und Wert auf eine gewissenhaft zusammengestellte Küche legen. Gleichzeitig bedeutet die Konzentration auf ein Menü oder wenige Optionen aber auch, dass spontane Wünsche nach einem breiten à‑la‑carte-Angebot nicht immer erfüllt werden können.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Art, wie hier mit Texturen und Aromen gearbeitet wird. Signature-Gerichte wie die Buttermilch-Auster zeigen, dass das Team experimentierfreudig ist, ohne den Bezug zum Produkt zu verlieren. Die Auster wird in Buttermilch mit Fenchelsamen und Schärfeelementen eingelegt, anschließend in Tapioka gewendet und frittiert, wodurch eine knusprige Hülle entsteht, die selbst Gästen gefallen kann, die sich sonst schwer mit Austern tun. Auch das viel gelobte Beef Tatar und Varianten von Fisch-Tatar verdeutlichen den Anspruch, klassische Themen neu zu interpretieren, etwa durch fermentierte Komponenten, besondere Saucen oder unerwartete Beilagen.

Zu den positiven Rückmeldungen gehört, dass die Küche mit viel Liebe zum Detail arbeitet und optisch ansprechende Teller serviert, die den Fine-Dining-Anspruch widerspiegeln, ohne steif zu wirken. Viele Beschreibungen heben hervor, dass die Gerichte kreativ, innovativ und zugleich präzise gewürzt sind. Wer ein besonderes Augenmerk auf hochwertige Produkte und moderne Zubereitung legt, findet hier ein Umfeld, das sich klar von standardisierten Restaurants abhebt. Auch Vegetarier und Fischliebhaber kommen durch die Dreiteilung der Karte auf ihre Kosten und können sich mehrere Teller zusammenstellen, die nicht nach klassischem Schema aufgebaut sind.

Das Sharing-Konzept wird von vielen Gästen als großer Pluspunkt wahrgenommen. Statt jeder Person ein eigenes vollständiges Menü vorzusetzen, werden mehrere Teller in die Mitte des Tisches gestellt und gemeinsam probiert. Das sorgt für Abwechslung, Gesprächsstoff und eine lebendige Tischsituation. Für Gruppen oder Paare, die gern vieles kosten, ist das ideal, allerdings setzt es auch voraus, dass man sich abstimmt und bereit ist, sich auf einen gemeinsamen Ablauf einzulassen. Wer eher eine klare Struktur aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert sucht, muss sich an diese Form des Essens erst gewöhnen.

Ein häufig hervorgehobener Aspekt ist der Service. Das Team wird als freundlich, aufmerksam und fachkundig beschrieben, wobei der Ton eher locker als formell ist. Weinempfehlungen werden passend zu den Gerichten ausgesprochen, und auch bei Fragen zu Zubereitung, Herkunft der Produkte oder Kombinationen zeigt sich das Personal gut informiert. Für viele Gäste trägt gerade diese Mischung aus Professionalität und Ungezwungenheit dazu bei, dass ein Abend im Qui 31 als rundum gelungen empfunden wird.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die darauf hinweisen, dass der Service an manchen Abenden nicht immer ganz fokussiert wirkt. Berichtet wird vereinzelt von Wartezeiten auf die Getränkekarte oder von einem etwas chaotischen Timing, wenn mehrere Gänge nacheinander kommen. Solche Erfahrungen passen zwar nicht zum generellen Bild, zeigen jedoch, dass der Betrieb mit seinem ambitionierten Konzept stellenweise an seine Grenzen geraten kann, etwa wenn das Restaurant sehr voll ist und alle Tische besetzt sind.

Preislich positioniert sich Qui 31 im gehobenen Segment, was sich in Qualität und Ausarbeitung der Gerichte widerspiegelt. Viele Gäste sind der Meinung, dass das Verhältnis von Preis zu Leistung für die gebotene kreative Küche angemessen ist, gerade wenn man den Aufwand und den Innovationsgrad der Teller berücksichtigt. Andere wiederum empfinden die Preise als deutlich ambitioniert, vor allem vor dem Hintergrund kleinerer Portionen, die zum Teilen gedacht sind. Wer mit dem Anspruch eines reichhaltigen, klassischen Hauptgerichts kommt, kann den Eindruck gewinnen, dass die Menge nicht im Verhältnis zur Rechnung steht.

Diese unterschiedlichen Erwartungen prägen auch den Gesamteindruck: Stammgäste und kulinarisch interessierte Besucher schätzen die Möglichkeit, mehrere kleine Gänge zu kombinieren und so unterschiedlichste Geschmäcker an einem Abend zu erleben. Menschen, die vor allem satt werden möchten und eine klare Struktur bei den Gängen erwarten, nehmen die gleiche Philosophie möglicherweise als „viel Geld für eher kleine Teller“ wahr. Für potenzielle Gäste ist es daher hilfreich, sich vorab bewusst zu machen, dass Qui 31 eher als Casual-Fine-Dining-Adresse mit Sharing-Charakter zu verstehen ist und weniger als klassisches Nachbarschaftslokal mit großen Portionen.

Eine Stärke des Hauses ist das Zusammenspiel von Küche und Wein. Die Weinkarte ist bewusst übersichtlich gehalten und nach Preisen sortiert, was vielen Gästen entgegenkommt. Statt einer unüberschaubaren Auswahl konzentriert sich Qui 31 auf eine kuratierte Zusammenstellung, die die aromatische Bandbreite der Gerichte unterstützt. Dazu kommen leichte Drinks und alkoholfreie Alternativen, die zur modernen Ausrichtung passen und das Angebot abrunden.

Das Ambiente im Innenraum wird meist als gemütlich und zeitgemäß beschrieben. Die Räume sind nicht groß, was eine intime Atmosphäre schafft und den persönlichen Kontakt zwischen Team und Gästen erleichtert. Einige Gäste empfinden die Musik gelegentlich als etwas zu präsent, was je nach Sitzplatz und persönlicher Wahrnehmung unterschiedlich stark ins Gewicht fällt. Positiv wird häufig betont, dass es trotz voller Belegung noch möglich ist, sich am Tisch zu unterhalten, auch wenn der Geräuschpegel naturgemäß steigt, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig speisen.

Neben dem Innenbereich spielt auch der Außenbereich eine Rolle, insbesondere in den wärmeren Monaten. Die zum Haus gehörende Terrasse wird als angenehm beschrieben und bietet zusätzlichen Raum, wenn sich Gäste ein Essen im Freien wünschen. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass einzelne Details – etwa ein Einblick in Funktionsbereiche wie einen als Abstellraum genutzten Vorraum – für manche Besucher die ansonsten stimmige Atmosphäre etwas stören. Solche Eindrücke sind zwar nebensächlich, zeigen aber, dass bei einem insgesamt hohen Niveau gerade Kleinigkeiten stärker auffallen.

Konzeptionell setzt Qui 31 auf Wandel statt auf Stillstand. Die Karte wird regelmäßig verändert, neue Kombinationen werden ausprobiert, und saisonale Produkte finden in ständig anderen Zusammenstellungen den Weg auf den Teller. Das macht das Restaurant attraktiv für Gäste, die wiederkommen und jedes Mal etwas anderes erleben möchten. Gleichzeitig bedeutet dieser Anspruch, dass es kaum „sichere Klassiker“ gibt, auf die man sich stets verlassen kann – wer eine bestimmte Speise erneut genießen möchte, sollte damit rechnen, dass sie beim nächsten Besuch bereits durch eine neue Idee ersetzt wurde.

Für Liebhaber moderner Gastronomie, die Neugier und Offenheit mitbringen, ist Qui 31 eine interessante Adresse: Hier geht es nicht um schnelle Standardgerichte, sondern um sorgfältig durchdachte Teller mit hohem Anspruch. Wer hingegen eine umfangreiche, eher traditionellen Strukturen folgende Karte erwartet oder vor allem auf große Portionen achtet, sollte sich bewusst sein, dass das Profil dieses Hauses anders angelegt ist. Die ehrlich kommunizierte Philosophie, kleine Gerichte zu teilen und Qualität über Quantität zu stellen, macht einen Besuch dann besonders lohnend, wenn man genau diese Herangehensweise sucht.

Unterm Strich bietet Qui 31 also eine Kombination aus persönlichem Service, jungem Team, mutiger Küche und einem klaren Sharing-Konzept, das sich von vielen anderen Restaurants unterscheidet. Die Stärken liegen in Kreativität, Produktqualität und der Fähigkeit, Gäste mit ungewöhnlichen Aromen zu überraschen. Schwächen zeigen sich vor allem dort, wo hohe Auslastung und ambitionierter Anspruch aufeinandertreffen: bei Wartezeiten, beim Empfinden der Lautstärke oder in der subjektiven Bewertung des Preisniveaus. Wer einen Abend mit modernen, zum Teilen gedachten Gerichten, fundierten Weinempfehlungen und einem ungezwungenen Fine-Dining-Rahmen sucht, findet in Qui 31 eine Adresse, die sich genau auf dieses Erlebnis spezialisiert hat.

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