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Restaurant BRIKZ

Restaurant BRIKZ

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Grolmanstraße 53/54, 10623 Berlin, Deutschland
Restaurant
9.4 (289 Bewertungen)

Restaurant BRIKZ richtet sich an Gäste, die gehobene, aber unprätentiöse Küche suchen und Wert auf ein klares Konzept legen. In diesem Haus steht die kreative Handschrift von Küchenchef Arne Anker im Mittelpunkt, der für seine moderne, produktfokussierte Küche bekannt ist und mit seinem Team ein Erlebnis bietet, das in vielen Aspekten an ein Sternehaus erinnert, ohne steife Atmosphäre oder klassische Etikettezwänge aufzubauen.

Die Küche folgt einem Low‑Waste‑Ansatz und nutzt überwiegend regionale Produkte, wobei besonders viel mit Gemüse gearbeitet wird. Statt auf große Luxusingredienzen zu setzen, konzentriert sich das BRIKZ auf heimische Zutaten und ungewöhnliche Kombinationen, die durch eine präzise Abstimmung von Säure und Kräutern getragen werden. Gästen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, bietet das Restaurant damit eine Alternative zu traditionellen Gourmetkonzepten, bei denen der Fokus häufig stärker auf exklusiven Produkten als auf deren vollständiger Verwertung liegt. Gleichzeitig berichten Besucher von intensiven Aromen und Gerichten mit bemerkenswerter geschmacklicher Tiefe, die sich deutlich von klassischer Alltagsküche abheben.

Auf der Speisekarte steht ein Menü in fünf bis sieben Gängen, das wahlweise mit Fisch und Fleisch, vegetarisch oder auch vegan angeboten wird. Ergänzend dazu gibt es eine kleinere à‑la‑carte‑Auswahl, aus der sich Gäste ihr persönliches Menü zusammenstellen können, was insbesondere für wiederkehrende Besucher attraktiv ist. Positiv fällt auf, dass die Küche saisonal denkt und Gerichte regelmäßig wechselt, sodass Stammgäste immer wieder neue Kombinationen erleben. Gleichzeitig bedeutet dieses Konzept aber auch, dass man sich auf ein festes Menü einlassen muss, wenn man „richtig“ essen möchte, was für spontane Gäste mit klaren Lieblingsgerichten weniger flexibel wirkt.

Viele Gäste beschreiben das kulinarische Niveau als Erlebnis der Spitzenklasse: Gänge werden als fein austariert, komplex und dennoch zugänglich charakterisiert, häufig mit einem Spiel aus süß und sauer und dem Einsatz seltener Kräuter. Beispielsweise werden Gemüse wie Rosenkohl, Puntarella oder Schwarzwurzel so verarbeitet, dass sie geschmacklich im Mittelpunkt stehen und nicht nur Beilage sind. Immer wieder werden einzelne Gerichte hervorgehoben – etwa eine Auster mit Kaviar oder ein Gang rund um Brot und Butter, der dank passender Getränkeempfehlung einen eigenen Akzent setzt. Gäste loben, dass sie nach einem vollständigen Menü satt das Restaurant verlassen, obwohl die Präsentation klar im Fine‑Dining‑Bereich angesiedelt ist.

Der Stil der Küche wird von professionellen Kritiken als ausgereift und eigenständig beschrieben. BRIKZ ist im Guide MICHELIN gelistet, was die konstante Qualität und die markante Handschrift der Küche unterstreicht. Dabei verzichtet man bewusst auf allzu demonstrativen Luxus und setzt stattdessen auf intensiven Eigengeschmack, präzise Texturen und überraschende Aromenkombinationen. Für Feinschmecker, die experimentierfreudig sind und moderne, kreative Küche suchen, ist das Haus damit besonders interessant, während Gäste mit sehr klassischem Geschmack die Ausgefallenheit mancher Gänge als Herausforderung empfinden könnten.

Ein wiederkehrendes Lob gilt dem Service, der häufig als persönlich, professionell und zugleich locker beschrieben wird. Die Besonderheit: Teile des Küchenteams, inklusive des Küchenchefs, präsentieren die Gänge selbst am Tisch und erläutern Zutaten, Techniken und Hintergründe. Das schafft Nähe zur Küche und gibt Einblick in die Idee hinter den Gerichten, was gerade für neugierige Gäste mit Interesse an Gastronomie einen Mehrwert bietet. Viele Bewertungen heben hervor, dass man sich ernst genommen und gut begleitet fühlt, ohne dass der Service aufgesetzt oder steif wirkt.

Allerdings zeigt sich beim Service auch eine deutlich kritische Seite. Einige Gäste berichten von sehr langen Wartezeiten zwischen den Gängen, die an einem Abend zu Aufenthalten von viereinhalb Stunden für ein Menü geführt haben. In solchen Situationen entstanden genervte Stimmungen, zumal Wasserbestellungen oder Rechnungen wiederholt verzögert wurden oder erst nach mehrmaligem Nachfragen kamen. Hinzu kommen einzelne Berichte über unprofessionelle Reaktionen bei Reservierungsproblemen, bei denen bestätigte Buchungen vor Ort nicht mehr anerkannt wurden und Gäste sich nicht ernst genommen fühlten. Diese Erfahrungen stehen im deutlichen Kontrast zu vielen anderen Stimmen, zeigen aber, dass die Servicequalität stark vom jeweiligen Abend und der Auslastung abhängen kann.

Auch das Preisniveau gehört zu den Punkten, die differenziert betrachtet werden sollten. BRIKZ bewegt sich im oberen Segment, passend zum Anspruch eines modernen Gourmet‑Konzepts und der Listung im MICHELIN‑Führer. Einige Gäste empfinden das Verhältnis von Preis zu Leistung als sehr stimmig und betonen, dass die Menüs im Vergleich zu anderen Häusern auf diesem Niveau fair kalkuliert seien. Andere Kritik bezieht sich nicht auf die grundsätzlichen Preise, sondern auf Zusatzpositionen wie Brot oder Erweiterungsgänge, die aus Sicht einzelner Gäste unerwartet stark zu Buche schlagen können. Wer hier reserviert, sollte daher damit rechnen, für ein komplettes Menü inklusive begleitender Getränke einen Betrag zu investieren, der klar im Fine‑Dining‑Bereich liegt.

Die Atmosphäre im Gastraum wird überwiegend als gemütlich und intim beschrieben, mit gedimmtem Licht und einem modernen, aber nicht überladenen Design. Der Raum ist relativ klein, was zu einer persönlichen Stimmung führt und es dem Team erleichtert, direkt mit Gästen in Kontakt zu treten. Gleichzeitig kann diese kompakte Raumstruktur auch Nachteile mit sich bringen: Einzelne Gruppen berichteten von sehr engen Sitzverhältnissen am Ende des Raums, bei denen man beengt saß und kaum Beinfreiheit hatte. In Kombination mit kühleren Temperaturen an manchen Abenden kann dies den Komfort einschränken, insbesondere wenn der Aufenthalt durch lange Menüs zeitlich ausgedehnt ist.

Eine besondere Facette des Angebots sind Veranstaltungen wie der Supper Club, bei denen ein geteiltes, mehrgängiges Menü serviert wird. Gäste beschreiben diese Abende als kreativ und abwechslungsreich, mit sorgfältig abgestimmter Weinbegleitung und einem Menü, das explizit zum Teilen gedacht ist. Da sich das Angebot dieser Events je nach Verfügbarkeit der Produkte und nach Lust des Küchenchefs ändert, profitieren vor allem Gäste, die häufiger kommen und Variationen schätzen. Wer ein sehr festes Erwartungsbild an bestimmte Gerichte hat, sollte sich darauf einstellen, dass das Menü dynamisch bleibt und nicht jeder Abend identisch verläuft.

Positiv fällt zudem auf, dass das Restaurant unterschiedliche Ernährungsformen ernst nimmt. Neben klassischen Menüs mit Fisch und Fleisch werden vegetarische und vegane Varianten angeboten, ohne diese als bloßen Kompromiss erscheinen zu lassen. In Kritiken wird wiederholt hervorgehoben, dass Gemüse nicht als Nebenprodukt, sondern als gleichwertiger Protagonist behandelt wird. Für Gäste, die pflanzenbetonte Küche im Rahmen eines gehobenen Abends suchen, ist dies ein deutliches Plus. Gleichzeitig bleibt die Aromenstruktur häufig komplex, sodass diese Menüs sich eher an neugierige Feinschmecker als an Menschen richten, die eine sehr schlichte Küche bevorzugen.

Die Getränkeauswahl wird häufig gelobt: Die Sommellerie setzt auf eine Mischung aus sorgfältig ausgewählten Weinen und hausgemachten, alkoholfreien Getränken, die bewusst mit der Aromatik der Küche spielen. Gäste berichten von gelungenen Paarungen, etwa frische Weißweine zu Brot‑Gängen oder kräftigere Tropfen zu intensiveren Fleisch‑ und Fischgerichten. Gleichzeitig bietet das Haus eine Auswahl an alkoholfreien Begleitungen, was es für Gäste attraktiv macht, die auf Alkohol verzichten und dennoch einen abgestimmten Abend erleben möchten. Auch hier gilt, dass die Preise im gehobenen Bereich liegen, was im Gesamtpaket aber zumeist als angemessen wahrgenommen wird.

Für potenzielle Gäste lässt sich festhalten: Wer ein Restaurant sucht, das moderne, kreative Gourmetküche mit regionalem Fokus, Low‑Waste‑Gedanken und eigenständigem Stil verbindet, findet im BRIKZ ein Angebot, das sich deutlich vom durchschnittlichen Restaurant‑Alltag abhebt. Die Stärken liegen in der Küche mit ihrer konsequenten Aromenschärfung, der Rolle von Gemüse als Hauptakteur, dem persönlichen Kontakt mit der Brigade sowie der durchdachten Getränkebegleitung. Auf der anderen Seite sollten Interessenten wissen, dass der Abend zeitintensiv sein kann, Reservierungsorganisation und Service an einzelnen Tagen nicht immer reibungslos wirken und das Preisniveau klar im Fine‑Dining‑Segment angesiedelt ist. Wer diese Punkte berücksichtigt und bewusst einen ausgedehnten Abend in einem ambitionierten Restaurant plant, kann im BRIKZ eine Küche erleben, die von vielen Gästen und Kritikern als besonders charakterstark wahrgenommen wird.

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