Zum Schellfischposten
ZurückZum Schellfischposten ist eine traditionsreiche Seemannskneipe, die sich zu einem besonderen Treffpunkt für Fans norddeutscher Kneipenkultur, Fernsehzuschauer und Hamburg-Besucher entwickelt hat. Trotz der großen Bekanntheit bleibt der Charakter einer einfachen Hafenkneipe mit viel Patina erhalten, was für viele Gäste einen großen Teil der Anziehungskraft ausmacht.
Der kleine Schankraum ist äußerst kompakt, bis unter die Decke mit maritimen Erinnerungsstücken, alten Schildern und allerlei Seefahrer-Krimskrams dekoriert. Wer die Kneipe bisher nur aus dem Fernsehen kennt, ist häufig überrascht, wie wenig Platz tatsächlich vorhanden ist und wie eng die Tische stehen. Diese Enge sorgt einerseits für eine intensive, gesellige Atmosphäre, kann andererseits aber auch schnell als laut und überfüllt empfunden werden, besonders wenn viele Touristen gleichzeitig da sind. Für Gäste, die eine ruhige, großzügige Bar suchen, ist der Schellfischposten daher nur eingeschränkt geeignet.
Berühmt wurde die Kneipe vor allem als Drehort der NDR-Late-Night-Show „Inas Nacht“ mit Ina Müller. Während der Aufzeichnungen drängen sich Moderatorin, Talkgäste, Band und ein kleiner Kreis von Zuschauern an wenigen Tischen direkt vor der Theke. Viele Besucher kommen genau deshalb, um die Kulisse aus der Sendung einmal live zu sehen, auch wenn schnell klar wird, dass dieses Setting im Alltag nicht eins zu eins so erlebt werden kann. Karten für die TV-Aufzeichnungen erhält man nicht in der Kneipe selbst, was für manche Fans enttäuschend ist, aber eine wichtige Information für alle, die extra deswegen vorbeikommen.
Abseits der TV-Präsenz wird der Schellfischposten von vielen Gästen als Ort beschrieben, an dem man unkompliziert ein frisch gezapftes Bier trinken und mit anderen ins Gespräch kommen kann. Besonders das gezapfte Astra und andere norddeutsche Biere werden häufig positiv hervorgehoben. Die Getränkekarte umfasst neben Bier auch Schnaps, einfache Longdrinks und klassische Spirituosen, sodass vor allem Liebhaber von Kneipenabenden auf ihre Kosten kommen. Wer eine umfangreiche Auswahl an Cocktails oder eine spezialisierte Weinbar erwartet, wird hier eher nicht fündig, denn der Fokus liegt klar auf Bier und unkomplizierten Getränken.
Im Außenbereich bietet der kleine Biergarten einen Vorteil, den viele Gäste schätzen: den Blick auf die Elbe und vorbeifahrende Schiffe. Gerade bei gutem Wetter entsteht hier eine besondere Stimmung, die klassische Hafenromantik mit geselligem Beisammensein verbindet. Für Besucher, die nach einem Spaziergang oder einem Marktbesuch ein Getränk im Freien genießen möchten, ist dieser Bereich ein echter Pluspunkt. Gleichzeitig sind die Sitzplätze draußen begrenzt, sodass es zu Stoßzeiten schnell voll werden kann.
Als gastronomischer Betrieb ist der Schellfischposten eher eine Kneipe als ein klassisches Restaurant, was sich auch im Angebot widerspiegelt. Einige Gäste erwähnen einfache Snacks wie Fischbrötchen oder belegte Brötchen, die als kleine Stärkung zwischendurch gut ankommen. Die Qualität dieser Kleinigkeiten wird vielfach gelobt, etwa frisch aufgebackene Brötchen und frischer Fisch. Gleichzeitig darf man hier keine umfangreiche Speisekarte, keine ausgearbeitete Küche und keinen vollen Restaurantbetrieb mit mehrgängigen Menüs erwarten; der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Getränken.
Beim Service fallen die Rückmeldungen gemischt aus. Viele Gäste beschreiben das Personal als gut gelaunt, norddeutsch direkt und hilfsbereit bei Fragen, was gut zum insgesamt rauen, authentischen Charakter der Kneipe passt. Besonders in ruhigeren Zeiten wird der schnelle Ausschank und der lockere Umgangston positiv hervorgehoben. Andere Besucher berichten jedoch von sehr langen Wartezeiten, dem Gefühl, übersehen zu werden, oder von einer Unfreundlichkeit, die als Gleichgültigkeit gegenüber den Gästen empfunden wird. In einzelnen Schilderungen wird beschrieben, dass man trotz geringer Auslastung kaum Beachtung fand und man den Eindruck hatte, das Team habe wenig Interesse daran, weitere Gäste zu bedienen.
Aus diesen sehr unterschiedlichen Einschätzungen lässt sich ableiten, dass der Service stark von Tageszeit, Andrang und individueller Erwartung abhängt. Wer einen unkomplizierten Kneipenabend gewohnt ist und mit norddeutscher Direktheit kein Problem hat, erlebt die Bedienung oft als stimmig und authentisch. Gäste hingegen, die eine eher klassische Gaststätte mit besonders aufmerksamem, permanent präsenten Service suchen, könnten enttäuscht werden. Für potenzielle Besucher ist es daher sinnvoll, mit einer gewissen Flexibilität und Geduld zu kommen, insbesondere, wenn es voll ist oder wenn viele Touristen gleichzeitig im Lokal sind.
Ein weiterer Punkt, der in Bewertungen immer wieder auftaucht, ist das Fotografierverbot im Innenraum. Viele Gäste möchten die bekannte Kulisse aus „Inas Nacht“ festhalten, stoßen jedoch auf klare Hinweise und ein deutlich kommuniziertes Verbot. Die Betreiber begründen dies offenbar mit dem Schutz der Privatsphäre, der Vermeidung von Dauer-Fotosessions und der Wahrung einer entspannten Atmosphäre, auch wenn diese Gründe nicht jedem sofort einleuchten. Für manche Besucher gehört dieses Verbot zum besonderen Charakter der Kneipe, andere empfinden es als Einschränkung und wären gerne freier darin, Erinnerungen mit der Kamera festzuhalten.
Stimmung und Publikum sind stark gemischt: Stammgäste aus dem Viertel treffen auf Fernsehzuschauer, die ihren Lieblingsort aus dem TV besuchen möchten, sowie auf Touristen, die die Hafenkneipe als Programmpunkt ihres Aufenthalts einplanen. Die intime Raumgröße sorgt dafür, dass man schnell mit anderen an den Nachbartischen ins Gespräch kommt. Wer gezielt einen ruhigen Abend in einer stillen Ecke einer großen Speisekneipe sucht, wird hier kaum fündig, wer hingegen nach einer lebendigen, manchmal lauten und dicht gedrängten Atmosphäre sucht, findet genau das.
Preislich wird der Schellfischposten in vielen Bewertungen als fair und für die Lage am Hafen und die Bekanntheit des Ortes als angemessen beschrieben. Die Getränke bewegen sich im Rahmen üblicher Hamburger Kneipenpreise, sodass ein Besuch nicht zum Luxus-Erlebnis wird. Wer erwartet, dass die Popularität durch die Fernsehsendung automatisch zu stark erhöhten Preisen führt, wird in der Regel positiv überrascht.
Für potenzielle Gäste, die vor allem auf der Suche nach einem klassischen Abendessen sind, ist es wichtig zu wissen, dass der Schellfischposten keine vollwertige Gastwirtschaft mit umfangreicher Küche ist. Wer hingegen nach ein oder zwei Drinks, einer urigen Kneipenstimmung, einem Blick auf die Elbe und einem Hauch Fernsehwelt sucht, bekommt hier genau das, was viele Besucher immer wieder begeistert. Besonders für Fans von „Inas Nacht“ kann ein Besuch – trotz eng begrenzter Plätze, Fotografierverbot und gelegentlich wechselhafter Serviceerfahrungen – ein besonderes Erlebnis sein, das sich klar von einem üblichen Abend in einem durchschnittlichen Restaurant unterscheidet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Schellfischposten weniger ein Ort für feine Küche, sondern vielmehr eine kultige Hafenkneipe mit hohem Wiedererkennungswert ist. Die Kombination aus Tradition, Fernsehgeschichte, rustikalem Charme, frisch gezapftem Bier und der besonderen Lage am Wasser macht den Reiz dieses Lokals aus, während Faktoren wie Enge, Fotografierverbot und teils als reserviert wahrgenommener Service für manche Besucher eher kritisch ins Gewicht fallen.